zuletzt geändert am 04.06.2020

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Bennien

Bennien (1277 “Boninghen”) war 1968 die nach Einwohnern größte Gemeinde in der Samtgemeinde Riemsloh und wurde 1970 von der neugegründeten Gemeinde Riemsloh eingemeindet. Seit der Gemeindereform 1972 bildet Bennien zusammen mit Düingdorf den neuen Stadtteil Bruchmühlen in der Stadt Melle. Bruchmühlen war bis 1970 eine Siedlung in der Gemeinde Bennien.

Bennien wurde im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt.

Bennien

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Bennien in der Stadt Melle

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Bennien im Stadtteil Bruchmühlen

Einwohner (1972)

1440

Einwohner (1968)

1411

Einwohner (1961)

1364

Einwohner (1933) 

775

Fläche:

6,70 Km

 

g_Bennien

Eine ”Google Earth”- Abbildung des Ortsteils kann behilflich sein, die Ortsstruktur besser zu erkennen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Hier ist eine Beschreibung des Ortes aus dem Buch “Der Kreis Melle” von Franz Schulhof aus dem Jahr 1908.
Damals war Bennien eine Gemeinde in der Samtgemeinde Riemsloh-Hoyel

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Bennien, früher (1569) Bennyngen, liegt suf dem rechten Elseufer und wird von der Landstraße Bruchmühlen - Hoyel in der Richtung von Norden nach Süden durchschnitten. Müllers Geschichte des Amts Grönengau leitet den Namen einem Haupthofe “Benne” her, der an “der Halde des Düingdorfer Berges” Die Bewohner treiben größtenteils Landwirtschaft, nur ein kleiner Teil lebt von der Zigarrenindustrie. Bennien hat tiefgründigen fruchtbaren Ackerboden und an der Else schöne Wiesen.
Seit undenklichen Zeiten hat in der Bauerschaft eine dem hl. Antonius gewidmete Kapelle bestanden. Nach “Müllers Geschichte des Amts Grönenberg” Seite 157 soll sie eine der ältesten Kirchen des Landes sein. Zu der Zeit, als die Glocke, welche die Jahreszahl 1461 trägt, angeschafft wurde, war sie schon daals massiver alter Bau mit hölzernem Gewölbe., nur 20 Fuß lang 12 Fuß breit und wurde wohl auch Klus genannt. Seit uralten Zeiten wurden wenigstens am Feste des Kapellenpatrons (17Januar) und am Feste Deticationis (Kirchweihfest, Sonntag nach Mariä Geburt) in der Kapelle bis in die neueste Zeit Hochamt und Predigt gehalten, woran am letzteren Tage die ganze Pfarrgemeinde Riemsloh teilnahm, so daß an diesem Sonntage in der Pfarrkirche nur die Frühmesse war. Eine Art Kirmeß (Ausstehen mit Kuchenbuden u.f.m. war dann auch. Verschiedene Kolonen waren verpflichtet den Pfarrer und den Küster, die beiden katholischen Lehrer von Bennien und Riemsloh und die Meßdiener (auch der Vogt war berchtigt) zum Mittagsmahle zu laden, welches aus Hühnersuppe, Gemüse und Schinken bestehen mußte. Zuletzt wurde diese Mahlzeit bei Kolon Hellmann gehalten. Meistens wurden am Tage vorher dem Pastor zwei Taler ins Haus geschickt für die genannt Mahlzeit und das Geld ward unter die Berechtigten verteilt.) 1663 trugen die Bennier darum an, auch evangelischen Gottesdienst in der Kapelle abhalten zu dürfen, was jedoch nicht genehmigt wurde.    

Straßen in Bennien

 

Allee

Alte Schulstr.

An den Teichen

An der Europastr.

Apfelweg

Auf dem Winkel

Balgerbrück

Bennier Str.

Birkenstr.

Blumenstr.

Brömmelkampsweg

Bruchmühlener Str.

Eserweg

Forellenstr.

Grenzweg

Großer Kamp

Großer Palsterkamp

Habematstr.

Höhenweg

Hüfferdeichweg

Hünenburgweg

Im Bennier Feld

In den Gärten

Kleiner Kamp

Kleiner Palsterkamp

Meisenweg

Neuer Kamp

Neulandstr.

Neulandwinkel

Niedernstr.

Nordstr.

Ohsenstr.

Ohsenwinkel

Ringstr.

Sandhorstweg

Schluchtweg

Schnatweg

Schwalbenstr.

Schwarzer Weg

Schweizer Weg

Schweizer Winkel

Spenger Str.

Spenger Str.

Thödeweg

Viandener Weg

Zur Waldkirche

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1763 fing der neu angestellte evangelische Lehrer Wilken an, Betstunden und sonstige Religionsübungen in der Kapelle zu halten, was erst verboten wurde. Später erhielten die evangelischen Gemeindemitglieder vom Dechanten Koch zu Riemsloh die Erlaubnis ihren Gottesdienst, namentlich Christenlehre, unter der Bedingung in der Kappelle zu halten, daß sie dieselbe auf ihr Kosten instand hielten. 1822 wurde die Kapelle renoviert; die Kosten bestritt man durch eine Kollekte. Nachdem später Sachverständige die Kapelle zweimal untersucht und gefunden hatten, daß sie keiner Reparatur wert sei und der Einsturtz ständig drohe, wurde der Abbruch beschlossen und auch Ende 1845 ausgeführt. 1844 war das Mal katholischer Gottesdienst darin. Das Kapellenvermögen mit Ausnahme des Platzes soll nach Erbgerechtigkeit unter die Nennier verteilt sein. Die Glocke ist auch al gemeinschaftlich zum täglichen Gebrauche, bei Brandläuten u.s.w. erklärt. Sie hängt in dem Türmchen der evangelischen Schule.
In der Gemeinde Bennien bestehen zwei Volksschulen, eine katholische und eine evangelische.
Die katholische Schule soll so alt sein wie die Kapelle. Sie hat fast ununterbrochen fortbestanden. Nur unter schwedischer Herrschaft war der Lehrer eine Zeit lang entfernt worden, aber 1659 war schon wieder eine Schule da mit katholischem Lehrer. Trutz Beschwerde von evangelischer Seite im Jahre 1663 blieb die katholische Schule. 1665 hatte sie sogar ein Haus mit Garten und war mit Geld und etwas Kirchenland dotiert. Später hört man nichts mehr von einem eigenen Hause, sondern die Lehrer mußten sich eine Wohnung mieten. Als 1790 die Markenteilung zur Ausführung kam, erhielt die Schule ihren Markenteil im Bennier Walde, worauf 1802 vom Lehrer Hölscher ein Schulhaus meist ais miden Beiträgen gebaut wurde. Vom Dechant Schem in Riemsloh wurden zu diesem Gebäude ein Schafstall und ein Eichbaum für 100 Taler gekauft. Die Summe ruht heute noch als Schuld auf der Schulgemeinde. Das vorher erwähnte Kirchenland im Hoyeler Felde wurde gegen Land im Bennier Felde umgetauscht. Auf letzterem ruht auch noch ein Kanon. 1841 wurde das Unterrichtszimmer vergrößert und das Schulhaus von der Gemeinde übernommen. Da dasselbe bald nachher den Anforderungen der Neuzeit nicht mehr genügte, wurde 1889 das alte Schulhaus durch einen zweistöckigen massiven Erweiterungsbau vergrößert. Die Schule ist einklassig.
Die evangelische Schule. Am 2. Mai 1663 beschwerten sich die evangelischen Bewohner Benniens über die Anstellung eines katholischen Lehrers. Die Beschwerde hatte keine Wirkung und wurde deshalb am 4. Juli desselben Jahres erneuert; aber trotzdem blieb der katholische Lehrer, und die meisten evangelischen Kinder besuchten seinen Unterricht. So war es bis zum Jahre 1720,. In diesem Jahre kam ein fremder evangelischer Schullehrer, welcher kurze Zeit in Werges Kotten Schule hielt. Dies wurde ihm aber untersagt, weshalb der Lehrer wieder fortzog und sie Schule einging. Erst am 17. Februar 1763 zeigten die Provisoren Benniens dem Pastor an, daß die evangelischen Bewohner der Bauerschaft Bennien “den Sohn des Schulmeisters Wilken in Werentrup (Wehringsdorf) als Lehrer angenommen hätten” . Seit dieser Zeit ist eine evangelische Schule in Bennien.. 

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1824 wurde ein neues Schulhsus erbaut; 1847 wurde die neue massive Schule errichtet und durch einen niedrigen Zwischenbau mit dem bisherigen Schulhause, das jetzt nur mehr als Lehrerwohnung benutzt wurde, verbunden. Vorn in der neuen Schule war eine Art Kapelle als Vorbau. Als aber die Zahl der Schulkinder wegen der stark emporblühenden Zigarrenindustrie bedeutend zunahm, wurde zu Anfang der neunziger Jahre die Kapelle mit einem Teile des bisherigen Schullokales zu einem zweiten Klassenzimmer umgebaut mit einer Wohnung darüber für eine zweite Lehrkraft, welche dann auch bald angestellt wurde. Die jetzige Wohnung für den ersten Lehrer wurde 1903 in den früheren Schulgarten gebaut. Die alte Wohnung wurde abgebrochen und der Platz als Spielplatz benutzt. Gleichzeitig kaufte die Schulgemeinde ein sehr geeignetes Grundstück südlich der Lehrerwohnung zu einem neuen Schulgarten an.
Zur politischen Gemeinde Bennien gehört auch das Gut Bruchmühlen (Mühle im Bruche), von dem Post und Bahnstation den Namen haben. Die Riemsloher Chaussee durchschneidet die Gutsgrundstücke. Außer den auf einer durch die Else gebideten Insel liegenden Gutsgebäuden gehören eine Korn- und Sägemühle, sowie 12 Kotten dazu und soviel Ländereien, daß Bruchmühlen bisher eigene Jagd hatte. In der Kornmühle, deren Mahlgänge ehemals auf hannoverschem Gebiete lagen, wogegen das Wohnhaus auf westfälischem Boden stand, ist früher starker Schmuggel mit Salz, Kaffee und Zucker getrieben, obwohl das Nebenzollamt (jetzt Schinke´sche Haus) in unmittelbarer Nähe lag. Des Hauses Bruchmühlen geschieht in den ältesten Pastoral-Registern zu Riemsloh Erwähnung. Auf dem Gute bestand auch von Alters her (wenigstens seit 1704) mit Bischöflicher Autorität eine katholische Privatkapelle, an welcher auch zu Zeiten ein Priester angestellt war. Der 1743 noch vorgefundene Kelch, welchen sich das abgehende Fräulein reservierte, war vermutlich beim Gottesdienst daselbst gebraucht worden, namentlich am Fronleichnamstage, an welchem die Prozession von Riemsloh über Bruchmühlen ging, woselbst vor der Kapelle eine hl. Messe gelesen wurde. 1743 übertrug ein Fräulein Odilia Agatha von Holdinghausen, Stiftsdame zu Metteln, ihren halben Anteil des Hauses Bruchmühlen dem Kammerherrn von Nehmen zu Sondermühlen für 3100 Taler, eine goldene Uhr und Tabakdose. Da dieser evangelisch war, so ließ er 1765 trotz Bitten und Vorstellungen der Riemsloher die Kapelle zu anderen Zwecken umbauen. 1789 - 90 wurden die Bruchmühler Fundationskapitalien gekündigt und ausbezahlt. Am 7. Dezember 1865 wurde Bruchmühlen, dessen Besitzer wieder katholisch war, gerichtlich versteigert und von der Firma Steinmeister und Wellensiek in Bünde für 80.000 Taler erstanden. Diese Firma verkaufte das Gut im September 1901 wieder. Das zum Gut gehörende Holz ist gefällt und die Grundstücke mit Heuerhäuser wurden größtenteils als Neubauereien veräußert. Vom Gute ist nur der Kern geblieben, die Gutsgebäude mit Mühle und die darum liegenden Ländereien. 

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