zuletzt geändert am 04.06.2020

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Buer (Ortsteil von Melle-Buer)

Auch die Gemeinde Buer selbst, mit damals 1724 Einwohnern (1961), blieb bis 1972 Teil der Samtgemeinde Buer, obwohl sie längst Siedlung und Gewerbe mit nur noch wenigen landwirtschaftlichen Betrieben vereinte.
Buer wurde 1146 erstmals erwähnt.
Von den ehemals 70 Höfen in der früheren Gemeinde Buer, sind noch 52 vorhanden, die aber meistens ausschließlich zu Wohn- oder Gewerbezwecken genutzt werden. Nur insgesamt 4 Höfe werden noch landwirtschaftlich betrieben (Stand 2008).

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Buer in der Stadt Melle

Buer
5ab

Buer im Stadtteil Buer

Einwohner (1972)

1897

Einwohner (1961)

1724

Einwohner (1933) 

1158

Fläche:

7,08 Km²

 

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g_Buer

Eine ”Google Earth”- Abbildung des Ortsteils kann behilflich sein, die Ortsstruktur besser zu erkennen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Straßen im Ortsteil Buer

 

Alter Handelsweg

Am Buerschen Feld

Am Kerbtal

Auf der Lauge

Auf Torf

Barkhausener Str.

Bergfeld

Bremer-Tor-Str.

Buer vor dem Walde

Dr.-Seitz-Str.

Gellertskamp

Georg-Bruns-Weg

Görlitzer Str.

Groenen Feld

Heckengang

Hilgensele

Justus-Liebig-Str.

Kampingring

Kirchfeld

Kirchplatz

Kolberger Str.

Lauensteinstr.

Leimbreede

Leimbrocks Holz

Ligusterstr.

Nordring

Osnabrücker Str.

Robert-Koch-Str.

Rodenbrockstr.

Röntgenstr.

Rüschenbreede

Schürenstr.

Siemensstr.

Stuckenbergstr.

Stüvestr.

Sunderbrook

Suttbachstr.

Theodor-Heuss-Str.

Wiehengebirgsstr.

Zeppelinstr.

Buer11

Hier ist eine Beschreibung des Ortes aus dem Buch “Der Kreis Melle” von Franz Schulhof aus dem Jahr 1908

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Buer
“Ich rühme mir
Mein Dörfchen hier;
Denn schön´re Auen
Als rings umher
Die Blicke schauen
Sind nirgend mehr
Hier Ährenfelder,
Dort Wiesengrün
Dem blaue Wälder
Die Grenzen ziehn.

Buer, gleich Bure = Bauerschaft, liegt inmitten einer gebirgig-hügeligen, durch Fruchtbarkeit und Schönheit gleich ausgezeichneter Landschaft, auf welche man von dem Aussichtsturme der Friedrich Höhe einen herrlichen Überblick hat. 

2Buer2

Die ersten Anfänge des Dorfes reichen bis in die vorkarolingische Zeit zurück. Es hatte später unter den vielen Fehden, welche zwischen den Bischöfen zu Osnabrück und Minden geführt wurden, viel zu leiden, da der Zugang zur Schucht am Limberge, dem vielumstrittenen Engpaß im Wiehengebirge, hierher führte. Bischof Johann III. (1424 - 1437) ließ im Kirchspiel Buer in der Bauerschaft Markendorf eine Feste errichten; von derselben bewachte Hugo von Haren den Limberg gegen Albert von Hoya, der in das Hochstift Osnabrück einfallen wollte. Zur Zeit Zur Zeit Bischofs Heinrich II. (1442 - 1449) brandschatzte Johann von Olben gelegentlich der Soester Händel das Kirchspiel Buer. 1446 waren die Bewohner so mutlos, daß sie beschlossen, ihre ganze Ernte den mindenischen Raubscharen zu überlassen, wenn sie nur Frieden hätten. 

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Noch oft wurde Buer von verheerenden Kriegszügen heimgesucht, - bis 1664 bildete es mit dem damals ravensbergischen, jetzt westfälischen Rödinghausen und mit Eiken-Melle ein Gogericht. Das Gericht wurde unter der denkwürdigen Linde auf dem “Hilgensele” im Westen des Dorfes abgehalten. Später hielten hier die Buerschen Markgenossen das Höltingsgericht.

Inmitten des Dorfes liegt die schöne Kirche mit ihrem schlanken Turme, Als das Christentum hier Wurzel faßte, wurde da, wo jetzt die Pfarrkirche steht, eine Kapelle erbaut, deren Grundstein im Jahre 1111 gelegt sein soll. Sie war dem hl. Martin geweiht. Archdiakon der späteren Pfarre Buer war der Propst zu St. Johann in Osnabrück. Die Kapelle genügte im Laufe der Zeit nicht mehr, sie wurde durch An- und Umbauten vergrößert. Nach der Überlieferung soll die Gemeinde Buer unter dem Pastor Snethlage (1550-1590) zum Protestantismus übergetreten sein. Die Seelenzahl nahm Endes 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts bedeutend zu. 1772 wohnten in der Vogtei Buer 3784 Seelen, am 1. Juni 1842 waren es 5892. Deswegen war die alte Kirche zu klein und man entschloß sich, ein neues, geräumiges Gotteshaus zu bauen. Der Grundstein zu demselben wurde am 27.Mai 1852 gelegt. Nach den Plänen und unter der Aufsicht des Konsistorialbaumeisters Richard zu Osnabrück wurde drei Jahre emsig gearbeitet. Während dieser Zeit diente das geräumige Bauernhaus des Kolon Wellmann als Interimskirche. Am 31. Oktober 1855 weihte Superintendent und Konsistorialrat Münchmeyer die Kirche ein. Ihr Grundriß erinnert an die alte Basilika; die sonstige Architektur ist romanisch. Mancherlei Verbesserungen wurden später vorgenommen, besonders als man 1905 die 50. Wiederkehr dedes Einweihungstages festlich begehen wollte. Nach den Zeichnungen des Professor Jordan in Hannover wurde die Kirche bemalt und mit hübschen Chor. Miittelfenstern geschmückt. Das Altargemälde vom Maler Kreling in Osnabrück 1856 ausgeführt, stellt die Auerstehung Christi dar. Beim Eintritt in die Kirche erblickt man das großartige Himmelfahrtsgemälde von Professor Jordan. Die vier Chorfenster, je ein Apostelbildnis darstellend, sind Geschenke des Hofbesitzers Meyer zum Wischen, des Rentiers Wilhelm Plohr in Wetter, und des Hofbesitzers Benne in Düingdorf, während die Witwe des Hofbesitzers Eismeyer zu Hustädte die beiden Mittelfenster, welche den Sündenfall darstellen, geschenkt hat.

Die Bewohner des Kirchspiels Buer sind zumeist strebsame Ackerwirte Davon zeugen nicht nur die üppigen Felder und der gute Viehstand, sondern auch der blühende landwirtschaftlich Verein, welcher 1906 sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte. Von industriellen Anlagen sind zu erwähnen die 1865 gegründete bedeutende Fleischwarenfabrik von F.W. Kamping, die Großuhrenfabrik von Ed. Korfhage u. Söhne, die Hausuhrenfabrik von Ed. Korfhage und die Dampfziegelei von H. Hensiek in Barkhausen.   

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