zuletzt geändert am 04.06.2020

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Gesmold (Ortsteil von Melle-Gesmold)

 

Gesmold ist zwar später als Dratum besiedelt worden, wurde aber schon 1160 als Gesmelle („Melle auf der Geest“) erstmals erwähnt. Der Ortsteil Gesmold ist heute vorwiegend Wohngebiet mit zahlreichen Gewerbebetrieben und gehört zu den wenigen Orten, die kontinuierlich eine wachsende Einwohnerzahl vorweisen können.
Im Gewerbegebiet nahe dem Autobahnanschluss, befindet sich neben zahlreiche Firmen auch das größte (von über 70) Verteilungsdepots eines namhaften Paketdienstes.

Die Bifurkation, wo die Else von der Hase abfließt, ist einmalig in Deutschland, auch wenn vielleicht in früherer Zeit Menschenhand beteiligt war. Heute steuert ein betoniertes Ungetüm die Wasserverteilung, das ändert aber nichts an einem ehemals (wahrscheinlich von Wetter bzw. Regenmassen abhängigen) natürlichen Ursprung.
Entlang des Weges vom Parkplatz an der Allendorfer Straße zur Bifurkation findet man zahlreiche Hinweistafeln, die über dort befindliche Gräser, Pflanzen und Insekten informieren. Wer hier war, der kommt wieder.

 

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Gesmold (Ortsteil) in der Stadt Melle

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Gesmold im Stadtteil Gesmold

 

 

Einwohner (1994)

2041

Einwohner (1972)

1565

Einwohner (1961)

1193

Einwohner (1933) 

633

Fläche:

5,8 Km²

 

Gesmold Ot

Straßen in Gesmold

 

Akazienstr.

Am Halbrink

An der Else

Auf dem Platen

Baumgarten

Dammweg

Eichenstr.

Freienhagen

Gesmolder Str.

Hüdepohlweg

Hörstenweg

Kolpingstr.

Kurze Kämpen

Lohstr.

Moorkämpen

Oberdorfstr.

Olthausweg

Ostendarpweg

Papenbrede

Paulstr.

Petristr.

Plaggenstr.

Rotdornweg

Schloßallee

Schürmannsweg

Untere Papenbrede

Von-Amelunxen-Weg

Westberghöfen

Westerhausener Str.

Zedernstr.

Zur Femelinde

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g_Gesmold

Eine ”Google Earth”- Abbildung des Ortsteils kann behilflich sein, die Ortsstruktur besser zu erkennen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Hier ist eine Beschreibung des Ortes aus dem Buch “Der Kreis Melle” von Franz Schulhof aus dem Jahr 1908

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Gesmold.
“Friedlich Dorf, nach alter Sitte
Hast du noch ein dein Kirchlein stehen
In des Hofes Mitte,
Wo zur Ruh die Toten gehn.

Dörflein, deine Kirch´ umkränzet
Grün des Friedhofs ernst Geheg
Und der Totenacker grenzet
Hart an deinem Lebensweg.

Die Samtgemeinde Gesmold umfaßt den westlichen Teil des Kreises Melle und gehört teils teils zum Flußgebiete der Ems, teils zu dem der Weser. Das Gelände ist vielfach hügelig und liefert ertragreichen Ackerboden, während im Else- und Hasetale ergiebige Wiesengründe vorhanden sind.
Der Name Gesmold = (Gesmelle 1160, Gesmelde im 14. Jahrhundert, Geesmoldt im 16. Jahrhundert) soll Melle auf der Geest bedeuten, obschon Gesmold mehr auf einer Marsch liegt) Er haftete ursprünglich wohl dem Schlosse an; hier hauseten um 1200 die Herren von Gesmel. Das Dorf, welches sich nach Erbauung der Kirche vergrößerte, gehörte zum “fien Hagen”; die Bewohner lebten in einem argen Abhängigkeitsverhältnis vom Gutsherrn. In der Mitte des freundlichen Ortes, der weithin durch seine Kirchmeß bekannt ist, steht auf einer von Mauern umgebenen Erhöhung die sogenannte “Femlinde”. An der Mauer hängen an Ringen zwei Steine, ein Zeichen verschwundener richterlicher Gewalt. Mit dem Femgerichte wird die Linde wohl nichts zu tun haben; sie ist vermutlich ein Wahrzeichen der erstrebten Patrimonialgerichtsbarkeit. der Herren von Hammerstein. 
 

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Im Winkel, den die beiden Landstraßen Osnabrück - Melle und Gesmold - Westerhausen bilden, steht die Kirche.

Wann in Gesmold zuerst eine Kirche erbaut wurde, ist ungewiß. Zur Zeit der Reformation herrschte hier in der Bevölkerung eine große Erregung . Hermann von Amelunren hatte als Patron der Kirche den katholischen Gottesdienst auch nach dem Interim noch aufrechterhalten, Sein Sohn aber, Cord Sweder von Amelunren, begünstigte die neue Lehre; von 1557 bis 1600 war die Gemeinde lutherisch. Sie geriet 1597 wegen der Besetzung der Küsterstelle mit dem Archidiakon, dem Probst von St. Johann zu Osnabrück, in Streit. Sowohl von Amelunren als auch der damalige Pastor Conrad Busch standen auf Seiten der Gemeinde. Im Oktober 1600 berief von Amelunren einen lutherischen Prediger. Derselbe wurde auf Veranlassung des Archidiakons vom Domkapitel zur Ablegung des Glaubenseides zitiert und scheint anfänglich noch keine Amtshandlungen vorgenommen zu haben; senn im Advent und am Wehnachtsfeste 1600 predigten der Pastor Dunker und ein Schullehrer, beide aus Melle, in der Gesmolder Kirche. Als der Archidiakon um dieselbe Zeit das Gotteshaus visitieren wollte, verschloß die Frau Amelunren die Türen. Da starb Cord Sweder. Seine Witwe verließ das Gut und mit ihr verlor das evangelische Bekenntnis in Gesmold seine eigentliche Stütze. Der junge Gutsherr Cord, der katholisch war, mußte später tiefer Schulden wegen seinen Stammsitz verkaufen, nnd durch die vom Bischof eingeleitete Gegenreformation wurde die ganze Gemeinde zur katholischen Kirche zurückgeführt.
Bei dem goßen Brande am 16. April 1749 ist nach den Aufzeichnungen des Pastors Johannes Sirtus Glaßer, der von 1721 bis 1765 die Pfarrei verwaltete, die Kirche verschont geblieben, während Küsterei und und Schulhaus und fast das ganze Dorf in Flammen aufgingen. Zum Wiederaufbau der erstgenannten Häuser sollten die Pfarreieingesessenen die üblichen Kollektengelder entrichten, auch die “Frienhager”. Letztere wollte aber der Gutsherr ausgenommen wissen. In diesem Streite entschied der Archidiakon, daß die “Frienhager” nötigenfalls zwangsweise zur Kollekte angehalten werden sollten.

Die jetzige Pfarrkirche ist im Jahre 1836 unter Pastor Schürmann mit verhältnismäßig geringen Kosten erbaut worden.Sie bildet in ihrem Grundriß, der dem Pantheon nachgebildet ist, ein Zwolfeck, dessen einzelne Seiten an der Außenwand 7,75 m lang sind. Für die Gläubigen ist nur ein Zugang vorhanden, durch den Turm. Sieses Portal ist 1904 hübsch renoviert. Das Bogenfeld der Tür zeigt das Bild des Patrons, des h. Petrus, in Ketten. Über der Tür liest man (...)

(es folgt die lateinische Inschrift und dann eine Beschreibung der Inneneinrichtung der Kirche)

Unmittelbar südlich vom Dorfe ist der Loh, ein rundlicher Hügel von 115 m ü.d.M. Seine Kuppe ist mit Buschwerk bewachsen. An der westlichen Seite waren ehedem Ruhebänke und Tische. Dieser Ort führt den hübschen Namen “Fridas Ruhe”, Er wird von einer Herrin auf Schloß Gesmold herrühren, die hier gern weilte, um die herrliche Fernsicht zu genießen, welche die Anhöhe nach allen Seiten bietet.

C...)

Bis 1929 war die Gutsgemeinde Gesmold (nach Fläche fast genauso groß wie die Gemeinde Gesmold) eine selbständige Gemeinde in der Samtgemeinde Gesmold.
F. Schulhof beschreibt 1908 die Gutsgemeinde so:

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4Gesmold_Gut3
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4Gesmold_Gut5
4Gesmold_Gut6

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