zuletzt geändert am 04.06.2020

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Krukum

Krukum ist flächenmäßig der mit Abstand größte Ortsteil im Stadtteil Riemsloh. Hier liegt auch der größte Teil des alten Dorfes Riemsloh, nach dem die spätere Gemeinde bzw. der heutige Stadtteil benannt ist. Der südliche Teil Krukums ist baulich mit einem Teil von Döhren zusammengewachsen, als Wohngebiet aber auch mit zahlreichen gewerblichen Betrieben.
Hingegen wird der nördliche bzw. westliche Teil oft landwirtschaftlich genutzt oder ist bewaldet.

Krukum

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g_Krukum

Eine ”Google Earth”- Abbildung des Ortsteils kann behilflich sein, die Ortsstruktur besser zu erkennen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Hier ist eine Beschreibung des Ortes aus dem Buch “Der Kreis Melle” von Franz Schulhof aus dem Jahr 1908

26

Krukum in der Stadt Melle

26a

Krukum im Stadtteil Riemsloh

Einwohner (1972)

1273

Einwohner (1968)

1257

Einwohner (1961) 

1151

Einwohner (1933)

744

Fläche:

 

 

Straßen in Krukum

 

Allee

An der Europastr.

Hagedornweg

Hasenkampsweg

Im Bruche

Krukumer Str.

Langer Kamp

7Krukum1
7Krukum2

Krukum (1296 Krukenheim = Krukes Heim) ist die größte Gemeinde. Einzelne Teile derselben haben besondere Namen: “Piepenbrink”, “Halloh”, “Botterie” (da soll eine schwedische Batterie gelegen haben), “Bruch”. In Krukum ist der Riemsloher Wald, meist Nadelwald, welcher größtenteils Eigentum des Fiskus und des Grafen Schmiesing-Kerssenbrock ist.
Der größte Bauernhof hier ist der Meyerhof zu Riemsloh. Er gehört zu den alten “Nedehöfen” und war mit erheblichen Rechten und Freiheiten ausgestattet; es besaß das Recht der Koppelfischerei im Elsefluße und der niederen Jagd in den Vogteien Riemsloh, Buer, Neuenkirchenund Melle.Die Fischereiberechtigung blieb bestehen, aber die Jagdgerechtsame wurde 1848 durch Ablösung beseitigt. Sämtliche Grundbesitzer des Jagdbezirks hatten pro Morgen einen sogenannten Guten Groschen als Ablösung zu zahlen. Das Geld wurde unter den Jagdberechtigten verteilt, Der Meyer zu Riemsloh bekam 34 Taler. - Der Meyerhof war nach dem Domkapitel Osnabrück eigenhörig und hatte an dasselbe außer den ungewissen Gefällenals “Auffahrten”, “Sterbegefällen” u.s.w. jährlich 96 osnabrückische Scheffel Hafer, 72 osnabrückische Scheffel Gerste und 72 Scheffel Roggen zu liefern. Im Jahre 1846 sind die ungewissen Abgaben mit 1200 Talern, die jährlichen Konleistungen mit 1339 Talern abgelöst.   

Seit uralten Zeiten bestand auf dem Meyerhofe das Institut der sogenannten Hausgenossenschaft. Zu dieser gehörte eine große Anzahl Kolonen aus den sämtlichen Kirchspielen des Kreises Melle.. Die Genossenschaft versammelte sich alljährlich auf dem Meyerhofe.(Huß tho Riemslo) am Dienstag nach Dionysii. Die letzte Versammlung hat stattgefunden am 15. Juni 1825 unter dem Vorsitz des ersten Beamten des Kreises Grönenberg.Es ist dies auch das letzte Mal gewesen, daß das beinahe unleserliche Genossenschaftstatut , welches auf Pergament geschrieben und mit einem fast einpfündigen Siegelapfel versehen ist, entziffert wurde. Die Censiten hatten verschiedene Pflichten zu erfüllen. Einer derselben, Theiling im Piepenbrink, hatte Holz einzuholen zum Kochen des Gastmahls, ein anderer Censit hatte der Meyerschen ein Paar Lederpantoffen zu liefern, welches dieselbe beim Kochen des Gastmahls zu tragen hatte. Ein dritter hatte den Schnaps aus der eigenen Brennerei des Meyerhofes zu verschenken. Seit dem 15.Juni 1825 hat due Hausgenossenschaft des Meyerhofes zu Riemsloh nicht mehr getagt, wie auch auf den Meyerhöfen zu Schlochtern, zu Westram und Bakum dieselben nach Emannation der Ablösegesetze von selbst eingegangen sind. Es muß hervorgehoben werden, daß die Nerechnung von Abfindungen der Kinder der nach Hausgenossensrecht eigenbehörigen Höfe nach jetziger Auffassung viel zu niedrig bemessen wurden und der Hofesanerbe auf diesen Höfen in fast ungerechter Weise mit einem viel zu großen Löwenanteil bevorzugt wurde. Sodann ist ist noch zu erwähnen, daß der Meyer der Hausgenossenschaft auch offizielle Pflichten zu erfüllen hatte. So hatte er in amtlicher Weise bei Sterbefällen der Hausgenossenschaftsmitglieder die Sterbegebühr für die Gutsherrschaft, Blutzehbten u.f.m. festzustellen, wie auch alljährlich die Censiten auzufordern zur Ablieferung von Pachtschweinen u.s.w. Hierfür konnte er sich auch etwas zugute tun auf einen gewissen Titel, denn er wurde für diese amtliche Funktionen mit dem Titel “Bödevogt”geehrt. Während der französischen Herrschaft war auf dem Meyerhofe mit großen Kosten eine kleine Wassermühle angelegt, welche Aber keinen Reinertrag lieferte. Vom hiesigen Gemeindeausschuß infolge der trockenen Jahre 1858/59 zur Niederlegung der kleinen Wassermühle sowie zum Neubau einer Windmühle gedrängt, wurde vom Besitzer des Meyerhofes die Konzession zum Windmühlenbau erreicht. Im Herbst 1859 wurde die Mühle in Betrieb gesetzt Sie liegt in der Gemeinde Döhren.
In Krukum liegt hart an der Bennier Grenze die Rettungsanstalt Hünenburg, welche aus kleinen Anfängen sich entwickelte. 1853 kauften sechs Landwirte der Pfarrgemeinde Hoyel die Kottmeyer´sche Besitzung auf der Hünenburg und gründeten darauf die Anstalt. Zum alten Anstaltsgebäude wurde am 1. September des genannten Jahres der Grundstein gelegt. 

Inzwischen sind die Gebäude durch An- und Neubauten erheblich vergrößert . Auch hat die Anstalt seit Inkrafttreten des Zwangserziehungsgesetzes vom Jahre 1878 und des Fürsorgeerziehungsgesetzes von 1901 sich noch noch besonders ausdehnen und vergrößern müssen. Am 24. Juni 1903 feierte sie das Jubelfest füfzigjährigen Bestehens. Es waren bis dahin 408 Kinder aufgenommen, 279 Knaben und 189 Mädchen. Jetzt hat die Anstalt jährlich über 100 Kinder. An der Spitze derselben steht ein Vorstand unter dem Vorsitze des Pators zu Hoyel. Es arbeitendaran der Hausvater mit der Hausmutter, ein zweiter Lehrer, zwei Brüder, zwei Gehilfinnen und mehrere Dienstboten.
An der Hünenburg, welche ein hohes Alter haben dürfte, knüpfen sich viele Sagen.
  

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