zuletzt geändert am 04.06.2020

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Neuenkirchen (Ortsteil von Melle-Neuenkirchen)

Erstmals erwähnt wurde Neuenkirchen als “Nyenkerken” 1160, besiedelt wurde es auch nur (verhältnismäßig) wenig früher, es ist viel jünger als die anderen umliegenden Ortschaften. Die erste Kirche wurde dort wahrscheinlich im 11. Jahrhundert gebaut, und rund um diese Kirche siedelten bald auch Familien, die neben ihrer landwirtschaftlichen Eigenversorgung noch ein Gewerbe ausübten.
Neuenkirchen ist überwiegend Wohngebiet mit kleinen und mittleren Gewerbebetrieben.

Ganz unten ist eine Beschreibung von Neuenkirchen aus dem Jahr 1908 von F. Schulhof vorhanden.

Neuenkirchen Ot
32

Neuenkirchen (Ortsteil) in der Stadt Melle

32a

Neuenkirchen im Stadtteil Neuenkirchen

Einwohner (2014)

2666

Einwohner (1972)

2274

Einwohner (1961) 

1887

Einwohner (1933) 

1176

Fläche:

7,03 Km²
 

 

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g_Neuenkirchen

Eine ”Google Earth”- Abbildung des Ortsteils kann behilflich sein, die Ortsstruktur besser zu erkennen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Hier ist eine Beschreibung des Ortes aus dem Buch “Der Kreis Melle” von Franz Schulhof aus dem Jahr 1908

6Neuenkirchen1
6Neuenkirchen2
6Neuenkirchen3

Straßen in Neuenkirchen

 

Am Esch

Am Hang

Am Lindenplatz

Am Wiesengrund

An der Kirche

Bielefelder Str.

Brassestr.

Brinkerstr.

Crusiusstr.

Friedensstr.

Grebenstr.

Hanheider Weg

Hauptstr.

Hellweg

Herbkestr.

Horstmannshof

Im Hagen

Im Haisiek

Königsbrücker Weg

Lange Str.

Langschmidtstr.

Menkenweg

Napoleonsweg

Niedermühlenstr.

Niedernfeldstr.

Nordlandstr.

Ottenheider Weg

Pellmannsweg

Pfarrlandstr.

Poststr.

Redecker Str.

Richterstr.

Schierheider Str.

Schmale Str.

Sonnenwinkel

Spechtsheide

Spilkerweg

Turnerstr.

Westring

Wichernstr.

Wieboldstr.

Wienfeld

Zum Hainteich

6Neuenkirchen4

Neuenkirchen.
Und mit grünen Halmen schmückt
Sie den Boden allsobald
Und so weit das Auge blickte,
Wogt es wie ein goldner Wald,
Lächelnd segnet sie die Erde
Flicht der ersten Garbe Bund

Die Samtgemeinde Neuenkirchen (= “nige Kärke”) bildet den südöstlichen Teil des Kreises Melle und ist in ihrem Hauptteile ein wellenförmiges Hochplateau, das im Westen vom Violenbach, im Osten von der Warmenau begrenzt wird. 

In den Tälern dieser beiden Gewässer sind ertragreiche Wiesen. Auf den Höhen trifft man fruchtbare Felder, untermischt mit wachstumsreichen Wäldern. Von dem Wohlstande der Bewohner zeugen die schmucken Bauerngehöfte. Die Samtgemeinde Neuenkirchen hatte 1772 eine Einwohnerzahl von 3992 Seelen. Zahlreiche Landstraßenverbindungen erleichtern den Verkehr.

Das Dorf Neuenkirchen verdankt Namen und Ursprung der Erbauung einer Kirche. Um den Einwohnern die Teilnahme am Gottedienst zu erleichtern, führte man im 11. oder 12. Jahrhundert daselbst eine Kapelle auf, welche später zur selbständigen Pfarrkirche ausgestattet wurde. Sie stand unter dem Schutze des hl.Christopherus. Während der Refomation wandte sich die Gemeinde der evangelischen Lehre zu. Auf Veranlassung des Dompastors Wilhelm Deffte ließ sich der Pastor Erberhard Voß, der vom Kloster Iburg berufen war, katholisch weihen. Ein anderer Geistlicher namens Meier machte ihm aber die Pfarrei streitig. Voß blieb im Besitz der Pfründe, bald jedoch gab er der Stimmung in der Gemeinde nach und trat mit ihr der Augsburger Konfession bei. Beim Vollmarschen Durchschlage wurde die Kirche zu Neuenkirchen den Evangelischen zugesprochen, während die Kapelle in St. Annen den Katholiken verblieb. Bis 1772 berief der Abt zu Iburg den ersten Prediger zu Neuenkirchen, der Besitzer des Gutes Königsbrück den zweiten.
Am 18. Mai 1883 wurde das Dorf Neuenkirchen von einer schrecklichen Feuersbrunst heimgesucht; mit unheimlicher Schnelligkeit breitete sie sich aus. 75 Häuser nebst Schule und Kirche fielen den Flammen zum Opfer. Nur neunzehn Häuser wurden verschont; das Pfarrarchiv und andere Aktensammlungen wurden eine Beute des Feuers. Diesem schrecklichen Ereignisse ist es aber zuzuschreiben, daß Neuenkirchen jetzt ein so schmuckes Aussehen hat.
In der Mitte des Dorfes steht die Kirche. Sie ist in gotischem Stil gebaut und erinnert an die alten gotischen Hallenkirchen. Der Grundriß zeigt die Kreuzesform mit angebautem Chor. Die Kirche ist in ihrem Hauptteil dreischiffig; sechs schlanke Säulen mit angedeuteten Kelchkapiäl tragen das Gewölbe. Auffällg sind die Priechen, welche in zwei kleineren Seitenschiffen und dem unteren Teil der Hauptschiffe angebracht sind. Sie ruhen nicht auf einer Balkenanlage, sondern auf Gewölben von ganz geringer Spannung. Das dreiseitige Chor hat hinter dem dem Hochaltar ein hübsches Fenstergemälde, die Auferstehung Christi darstelld.  

Die übrigen Fenster sind bis auf die vier unteren farbig verglast. Dem kleeblattartigen Maßwerk der Chorfenster und die vier Seitenfenster sind Bildnisse hervorragender Männer der evangelischen Kirche eingefügt. Schön ist die Orgel. Auf einer Gedenktafel stehen die Namen der in den letzten Kriegen Gefallenen; Willmann, Langschmidt, Becksötter, Specht, Pleitner und Gehring. Der Turm, bislang noch ohne Helm, wird jetzt ausgebaut.
Industrie ist in Neuenkirchen wenig vorhanden; erwähnt mögen sein die Möbelfabrik von Ruve, die Zigarrenfabrik von Wiendiek und eine Wurstfabrik von Weidenbrück.
Verschiedene Teile des Dorfes Neuenkirchen haben besondere Namen z.b. “Herbke”, “im Hagen”, “Elend”. Eine bemerkenswerte Besitzung in der Dorfmark ist das Kolonat Meier zu Heringsdorf; es gehörte früher dem Kloster Iburg. Auch liegt hier das Gut Königsbrück. Zur Samtgemeinde Neuenkirchen gehören außer dem Dorfe noch sieben Bauerschaften. 

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