zuletzt geändert am 04.06.2020

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Schiplage - St. Annen

 

Schiplage (im 13. Jh. “Skiblage”) ist wahrscheinlich erst nach dem 8. Jahrhundert besiedelt, und 1186 erstmals erwähnt worden.
St. Annen wurde erst Anfang des 16. Jahrhunderts ein kleiner Wallfahrtsort, nachdem dort die gleichnamige Filialkirche gebaut worden war. Während nach 1648 die Kirche in Neuenkirchen evangelisch wurde, blieb die nun selbständige Kirche in St. Annen katholisch.
In Schiplage-St Annen sind einige Wohngebiete und Gewerbeansiedlungen entstanden.
Im Gegensatz zu anderen Ortsteilen im Stadtteil Neuenkirchen, hat hier die Einwohnerzahl zugenommen.

Ganz unten ist eine Beschreibung des Ortes von F. Schulhof aus dem Jahr 1908 vorhanden.

Schieplage

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g_Schiplage

Eine ”Google Earth”- Abbildung des Ortsteils kann behilflich sein, die Ortsstruktur besser zu erkennen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Hier ist eine Beschreibung des Ortes aus dem Buch “Der Kreis Melle” von Franz Schulhof aus dem Jahr 1908

40

Schiplage in der Stadt Melle

40a

Schiplage im Stadtteil Neuenkirchen

Einwohner (2014)

849

Einwohner (1972)

760

Einwohner (1961) 

769

Einwohner (1933) 

561

Fläche:

3,23 Km²

 

Straßen in Schiplage

 

Am Lehmteich

Am Pfarrgarten

Am Wellenhaus

Dreschenkampweg

Groß-Schiplager-Weg

Kastanienstr.

Kohneweg

Napoleonsweg

Niermannsweg

Ratsherrenstr.

Rexmannsweg

Schiplager Weg

St.-Annener-Str.

Unterer Wellenbrock

Wallenbrücker Str.

Wellenbrock

Zur Howe

Zur Krumke

6Schiplage

Schiplage (Skiblage im 13. Jahrhundert = schiefe sanft abhängige Niederlassung) ist der nordöstliche Teil des Kirchspiels Neuenkirchen und liegt am nördlichen Ufer der Warmenau. Hier ist der Ort St. Annen. Zur Zeit der Christianisierung unserer Gegend soll dort ein Frauenkloster gegründet sein, in welchem der Sage nach die Schwester Wittekinds die erste Äbtissin war. Später wurde das Kloster nach Herford verlegt. Seinen ersten Standort bezeichnet eine Kluse, “Kluse St. Annen in Wallenbrügge”. Die Burgherren von Wallenbrück waren Patone derselben.
Später hatten die umwohnenden Christen den lebhaften Wunsch, an Stelle der Kluse ein Gotteshaus zu erbauen. Der Archidiakon von St. Johann, Domherr Lambert von Schnetlage und Pastor Albert Bachhaus zuu Neuenkirchen gaben dazu ihre Einwilligung. Nun schritten die Gebrüder Albert Ludolf Cappeln, Burgherren von Wallenbrück sofort zum Baue der jetzt noch stehenden Kapelle (1505). Sie war bis zur Reformation eine Filiale der Pfarrkirche Neuenkirchen. Nach dem Vollmarschen Durchschlag verblieb sie im Besitze der Katholiken und wurde am 1652 vom Bischof Wilhelm zu einer Pfarrkirche erhoben. Der Pfarrer wurde vom Abte in Iburg berufen. Patron der Kirche ist der hl. Christopherus. Sein Fest fällt mit dem des hl. Jakobus (25. Juli) zusammen. An diesem Tage ist eine große Prozession, welche bis vor 16 Jahren, als man die mit der Patronskirche verbundenen Kirmeß noch nicht aufgehoben hatte, weit und breit berühmt war.    

Die Kirche in St. Annen ist gotisch und einschiffig. Der Turm fehlt; ein Anbau desselben ist in Aussicht genommen.
In einem Dachreiter hänge zwei Glocken
(...)
Die Kirche wurde zuletzt 1892 renoviert. Der Altar ist im Rokokostil gehalten; Das Taufbecken aus einem Stein gehauen, ist 1666 von Herrn von Neheim geschenkt und mit dessen Wappen geschmückt.
Die katholische Schule scheint hier im 17. Jahrhundert gegründet zu sein; bis 1887 wurde der Unterricht von dem jeweiligen Geistlichen erteilt. Von diesem Jahre an verwaltet ein weltlicher Lehrer die Schulstelle. Als Schulhaus ist am 26. März 1824 das frühere Kerkhoff´sche Wohnhaus nebst Garten durch Pastor Meyer für 805 Reichstaler angekauft. Die jetzige Lehrerwohnung wurde 1890 erbaut.
St. Annen war im Mittelalter eine Gerichtsstätte. Die Urteile der dortigen Gödingsbank hatten für ganz Westfalen Gültigkeit. Wer von den Erscheinungspflichtigen ohne Entschuldigung abwesend war, wurde mit einer Geldbuße von einem Taler bestraft. Die letzte Landgödingsversammlung tagte 1827 unter der alten Linde auf dem Marktplatze.

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