zuletzt geändert am 04.06.2020

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Wellingholzhausen (Ortsteil von Melle- Wellingholzh.)

Wellingholzhausen selbst wurde viel später als der nördliche Teil des Grönegau besiedelt und wurde bald Mittelpunkt für die umliegenden Bauerschaften. 1090 wurde ”Welincholthusen” erstmals erwähnt
Seit 1853 gab es die Samtgemeinde gleichen Namens, der noch acht Bauerschaften angehörten. Während die anderen damals selbstständigen Gemeinden weiterhin vorwiegend landwirtschaftlich geprägt waren und oft noch sind, entwickelten sich in Wellingholzhausen selbst schon früh handwerkliche- und kaufmännische Gewerbebetriebe.

In Wellingholzhausen entspringt die Hase, die die Stadt Melle in Süd-Nord Richtung fast vollständig durchquert. Aber auch die Quelle der Uhle, als erster Zulauf der Else nach der Bifurkation, befindet sich hier. Die Else wiederum durchquert die Stadt Melle fast vollständig in West-Ost Richtung.

 

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Wellingholzhausen in der Stadt Melle

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Wellingholzhausen im Stadtteil Wellingholzhausen

wellingholzhausen

Einwohner (1987)

2808

Einwohner (1969)

2266

Einwohner (1961)

1857

Einwohner (1933) 

1103

Fläche:

7,40 Km²

 

Straßen im Ortsteil Wellingholzhausen

 

Alte Str.

Altenmeller Str.

Am Kirchplatz

Am Ring

Am Roggenfeld

Am Vogelweiher

Auf der Placke

Auf der Wippe

Beckers Kamp

Beutlingsallee

Borgloher Str.

Brokamp

Dechant-Vocke-Str.

Dissener Str.

Dompfaffbrink

Eichendorffstr.

Eiswiese

Elbinger Str.

Elisabethstr.

Franz-Josef-Str.

Gausekamp

Georg-Brinkmann-Straße

Georgstr.

Gerstenkamp

Getreideesch

Glatzer Str.

Goethestr.

Greversheide

Hasestr.

Heggenstr.

Herderstr.

Hermannstr.

Hubertusstr.

Im Winkel

Kleiberwinkel

Kreuzfeldstr.

Küingdorfer Str.

Marienstr.

Orthöfen

Osningstr.

Osterbeke

Osterfeldstr.

Puschkental

Röckwitzer Str.

Schillerstr.

Schützenstr.

Sondermühlener Str.

Spessartstr.

St.-Konrad-Str.

Stieglitzhöhe

Taunusstr.

Tilsiter Str.

Uhlandstr.

Vessendorfer Str.

Weizenbrede

Wellingholzhausener Str.

Zeisigbusch

Zum Sportplatz

Zum Uhlengrund

Zur Howe

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g_Wellingholzhausen

Eine ”Google Earth”- Abbildung des Ortsteils kann behilflich sein, die Ortsstruktur besser zu erkennen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Hier ist eine Beschreibung des Ortes aus dem Buch “Der Kreis Melle” von Franz Schulhof aus dem Jahr 1908

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Wellingholzhausen

“Schön ist, Mutter Natur, deiner
Erfindung Pracht
Auf die Fluren verstreut

Die Samtgemeinde Wellingholzhausen liegt am nördlichen Abhange des Teutoburger Waldes, der hier in dem 220 m hohen Beutling seinen höchsten Punkt hat. Hügel und Tal wechseln in anmutiger Folge und bieten dem Auge reizende Fernsichten; fruchtbares Ackerland wird umgrenzt von saftigen Wiesen und rauschenden Wäldern. Hase, Uhle, Sand- und Steinbach netzen die lieblichen Fluren.

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Der Ort Wellingholzhausen, jetzt ein ansehnliches Dorf, wird in der osnabrückischen Geschichte oft genannt. In die ravensbergischen Strithändel waren die Wellingholzhäuser immer verwickelt. Dietrich und Helmbert von der Horst verkauften am 23. Juli 1313 die Vogtei über den Meierhof zu Wellingholzhausen. Zur Zeit des Bischofs Johannes III. von Diepholz waren 1435 einige münstersche Untertanen in Damme, wo sie auf dem Jahrmarkte Streit angefangen hatten, erschlagen worden. Aus Rache dafür fiel der Bischof von Münster Heinrich von Mörs, raubend und verwüstend ins Osnabrückische ein. Dabei wurde das Dorf Wellingholzhausen in Asche gelegt.Die langwierien Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts vernichteten den Wohlstand der Gemeinde auf lange Zeit. Aus dem 1790 ist eine Kirchspielbeschreibung vorhanden, welche interessante Einzelheiten enthält. An alten Straßen werden genannt der “Salzweg” von Rothenfelde durch Peingdorf, Vessengorf, Wellingholzhausen und Himmern, der Weg von Neuenkirchen durch Handarpe und Kerßenbrock nach Wllingholzhausen, der “Stadtweg” durch Peingdorf und Vessendorf nach Osnabrück. die Straße von Iburg nach Melle durch Peingdorfund Uhlenberg.

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An den Stellen, wo die Wege die Kirchspielsmarken trafen, waren Baumschließer. Sie mußten das zumeit das Schloß des Baumes unterhalten, der selbst aber von der Bauerschaft geliefert wurde. Für ihre Mühewaltung waren die Baumschließer vom Monats- und Rauchschß, von Kirchspiels- und Gografendiensten sowie Einquartierungslasten frei. Es gab 1790 im Kirchspiele Wellingholzhausen zehn Baumschließer; Bornholt, auch Bördevogt des Gutes Bruche, an der Heerstaße von Wellingholzhausen nach Dissen , Pelke am Wege nach Borgholzhausen, Voßhoff an einem Bauerschaftswege von Handarpe nach Nüven, Rosemann und Stühlemeyer an Wegen nach Neuenkirchen, Grewes an der Iburger, Krieter an der Borgloher Straße, Balmann und Sundermann an Wegen zu dem Neuenkirchener Berge, Kukebusch an einem Wege ins benachbarte Westfalen. Außer dem Vogte und den beiden Untervögten, waren zwei wichtige Dorfpersonen der Fähnrich und der Trommelschläger; jener hatte die in der Kirche aufbewahrte Fahne bei feierlichen Anlässen und am Markttage zu tragen; dieser bewahrte die vom Kirchspiel angeschaffte Trommel und schlug sie bei Feuersbrünsten, Jagden, Exekutionen und an Markttagen beim Beginn des Marktes.
Die Zierde des Dorfes ist hübsche Hallenkirche.
(...)
Der Bau wurde 1861 vollendet.
Die Schiffe der Kirche sind 32,5 m lang, das Hauptschiff ist 8,5 m, die Seitenschiffe 5,,25 m breit. An jeder Seite stehen fünf kräftige Säulen mit angedeutetem Kelchkapitäl. Das Hauptchor, etwa 12 m lang, hat einen dreiseitigen Abschluß. Das Nebenchor an der nördlichen Seite gestaltet, welches etwa 6,5 m Länge hat. Hinter dem südlichen Seitenschiffe, das gerade, ohne Chorabschneidet, befindet sich die Sakristei. Die Fenster sind dreiteilig und und haben ein hübsches Maßwerk; Im Schiffe sind sie einfach, auf den Chören farbig verglast. Das eine Fenster zeigt in anmutiger Ausführung die Verkündigung Mariens, di hl.
Agnes und den kl. Alonsius, Das Inventar der Kirche ist in gotischem Stilgehalten. Zahlreiche Statuen beleben Säulen und Wandflächen. Den rechten Seitenaltar ziert eine erbauliche Pieta, Hauptchor und und Säulen schmücken die zwölf Apostel und der Welapostel Paulus. Im Jahre 1901 wurde die Kirche vom Kirchenmaler Klausing einfach aber geschmackvoll dekoriert. Während im Schiff nur Ornamentik verwendet wurde, sind die Chöre mit biblischen Bildern geschmückt. Hinter und über dem Hochaltar erblickt man den auferstandenen Christus, links Christus am Kreuze und darunter die eherne Schlange, rechts die Feier des Abendmahles und das Opfer des Melchisedech. Mit besonderer Sorgfalt ist das Nebenchor behandelt. Über dem schönen Triumphbogen sehen wir unbefleckte Empfängnis Mariens, im Chore an der großen linken Seitenwand die Flucht nach Ägypten und St. Maria, dem hl. Dominikus den Rosenkranz überreichend. Eine gefällige Orgelempore vervollständigt das Innere der Kirche.
(...)

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(...)
Der freie Platz neben der Kirche war ehemals Kirchhof. Jetzt steht auf demselben unter einer Piuslinde Gedenkstein, der an das fünfzigjährige Bischofsjubiläum Papst Pius IX. am 16.Juli 1876 erinnert. Die alte Kirche stand ungefähr 40 m weiter nach Norden. Wann sie erbaut wurde, läßt sich nicht feststellen. Zur Zeit der Reformation fiel die ganze Gemeinde zur evangelischen Lehre ab. Zwar war Pastor Bödeker katholisch geblieben; er wurde aber von den Dörflern besonders bei den Prozessionen verspottet. Daher führte er die Fronleichnamsprozession, welche sonst weit über die Felder geleitet worden war, nur um die Kirche. Damit waren die Kirchspielsleute nicht einverstanden und beschwerten sich beim Domkapitel. Dieses ordnete an, daß die Prozession in althergebrachter Weise auszuführen ist. Doch sollte zum ersten Male, damit sich keine Störungen ereigneten, ein höherer Geistlicher von St. Johann in Osnabrück zugegen sein. Durch die Gegenreformation wurden die Wellingholzhäuser der alten Kirche wieder zugeführt und sind treue Katholiken bis auf den heutigen Tag geblieben. Archidiakon war für Wellingholzhausen der Abt zu Iburg. Er ernannte (um 1789) einen Ordensmann seines Klosters zum Pfarrer. Es besteht besteht die begründete Annahme, daß der alte dreieckige Friedhof von Speichern, welche aus festen Mauern bestehend, an der Südseite festungsartig gestaltet waren, umgeben war und so eine eine Kirchhofsburg bildete, die in Kriegszeiten sicheren Zufluchtsort bot. Die Speicher dienten den Adeligen als Absteigequartier, wurden aber später in Bürgerwohnungen umgewandelt.
Im Dorfe Wellingholzhausen wohnen emsige Hanswerker , Kleinkaufleute und auch Ackerwirte. Außer einer Seifenfabrik (Firma Möllering) sind drei Molkereien vohanden, ein Zeichen von dem günstigen Stande der Land- und Viehwirtschaft der Samtgemeinde. Zum Dorfe gehörte eine ausgedehnte Mark, die Bauerschaft Wellingholzhausen genannt. Teile derselben sind die Placke, die Lieth. Bei der Markenteilung wurde der Pfarr- und Kaplaneistelle je ein voller Markenteil zugewiesen 
Zur Bauerschaft Wellingholzhausen gehören acht Bauerschaften. 

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